Instrumente
Antonio Stradivari
Copy 2022
Gasparo da Saló
Copy 2023
Gasparo da Saló
Copy 2022
Giuseppe Guarneri
Copy 2023
Carlo Bergonzi
Copy 2024
Qualität &
Nachhaltigkeit
Die Verwendung einiger im Geigenbau üblicher
Materialien wird zunehmend problematisch:
- In Kenntnis der Umstände, unter welchen
Ebenhölzer und Rosenhölzer geerntet werden, und
auf den Markt gelangen, stellt sich die
Gewissensfrage. - Da die Quellen für die beste Qualität von Ebenholz
(Mauritius, Madagaskar) bereits vollständig versiegt
sind, und den noch verbliebenen Regionen das
gleiche Schicksal droht, sehen wir bereits seit vielen
Jahren, dass die Materialqualität rapide abnimmt. - Die von CITES eingeführten
Handelseinschränkungen bringen für
GeigenbauerInnen, wie für MusikerInnen
zunehmenden bürokratischen Aufwand bis hin zu
Handels- und Reisesperren mit sich.
Deshalb verwende ich beim Bau meiner Instrumente
seit 2018 kein Zubehör aus Ebenholz. Ahorn und Fichte
stammen von mir bekannten Orten der Schweiz, denn
auch der Raubbau an den letzten europäischen
Urwäldern lässt mir die Verwendung balkanischen
Ahorns nicht nachhaltig erscheinen.
Dass die historischen oberitalienischen Geigenbauer
durch die rege Tätigkeit venezianischer Händler Ihren
Ahorn von dort bezogen, entsprach den damaligen
Umständen. Ob die Verwendung Ahorns anderer
Provenienz unter anderen klimatischen Bedingungen
ein qualitatives Einbussen sein muss, obliegt uns
heutigen Handwerkern zu widerlegen.
Die weitere Fixierung auf Ebenholz jedenfalls ist
qualitativ nicht mehr zu rechtfertigen. Die
nachhaltigen Alternativen sind in ihren Eigenschaften
zur Herstellung und klangästhetischen Abstimmung
von Griffbrettern vorzuziehen.
Über mich
Werdegang
Meine ersten Erfahrungen im Geigenbau machte ich in
Cremona. Dort diplomierte ich 1998 am I.P.I.A.L.L., und
arbeitete zwischen 1994 und 1999 in verschiedenen
Werkstätten: bei Gaspar Borchardt und Sibylle Fehr ,
Michele Dobner und Luigi Gamba.
Aus dem Bedürfnis eigene Wege zu gehen machte ich
mich im Jahr 2000 in Sassocorvaro, nahe Urbino
selbstständig. Hier entstanden bis 2011 etwa 50 Geigen,
Bratschen und Celli, meist auf der Grundlage
persönlicher Modelle. Neben der Zusammenarbeit mit
Bogenbauer Andrea Proietti, pflegte ich über Philip Ihle
schon ab 2001 einen konstanten Austausch mit Wilhelm-
Geigenbau in der Schweiz.
2011 schloss ich mich Wilhelm Geigenbau als
Geschäftspartner an, und beschäftigte mich dort
intensiv mit der Reparatur und Wartung der
zahlreichen Instrumente. Die Innovationsfreude und
die Aufmerksamkeit für klangliche Qualität in dieser
grossen Werkstat boten das ideale Umfeld, um die
Entwicklung und Anwendung neuer, nachhaltiger
Materialien für den Geigenbau voranzutreiben.
Seit 2021 beginnt für mich eine neue, intensive Phase
im Neubau, bei der ich mich näher an den
Arbeitsweisen, und dem Erscheinungsbild von
italienischen Originalen aus dem 17. und 18.
Jahrhundert orientiere. Wieder selbstständig arbeite
ich seit August 2024 in kollegialem Nebeneinander mit
Gianmaria Stelzer in Zürich.
Seit 2016 setze ich mich im Austausch mit
SwissWoodSolutions für die Entwicklung von Zubehör
für den Geigenbau aus Sonowood ein. Im Rahmen von
Workshops bei Wilhelm Geigenbau, so wie bei den
jährlichen internationalen Geigenbautreffen in Oberlin,
USA, und Brandenburg bei Berlin, wurden diese
Materialien inzwischen vielen geschätzten KollegInnen
bekannt gemacht.
2022 stiess ich auf Ebonprex, wodurch auch
Griffbretter in grösseren Dimensionen und
ausgezeichneter Formstabilität leicht anzufertigen
sind.
Der Geigenbaudachverband EILA hat die Dringlichkeit
für nachhaltige Lösungen im Geigenbau erkannt, und
erarbeitet aktuell ein Lehrmodul zum Umgang mit
diesen neuen Materialien, welches an allen
Geigenbauschulen angeboten werden soll. Ich engagiere
mich hierfür im Rahmen von Alliance
International.